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| Busch Camping Carnarvon Gorge |
| Montag, 10. August 2009 | ||||||||
Nachdem ich Anfang 2009 schon einmal im australischen Carnarvon Gorge
Nationalpark wandern war, habe ich mich aufgrund einer kleinen Auszeit
auf der Zitronen Farm entschieden, trotz nächtlichen Temperaturen von ca. 5
Grad, diesen schönen Nationalpark noch einmal zu besuchen, um in einem
der schönsten Nationalparks Australiens fünf Tage einsames Buschwandern
und Camping zu genießen.
![]() Carnarvon Gorge Nationalpark Battleship Spur Lockout Bevor ich mich auf den Weg zum 1074 m hohen Battleship Spur Lookout im Carnarvon Nationalpark machte, übernachtete ich noch einmal im Takarakka Bush Resort. Beim Packen für den Ausflug habe ich mein Auge ganz besonders darauf gerichtet, nicht zu frieren, zu verhungern, oder gar zu verdursten. Am Ende wog mein Rucksack stolze 30-35 kg, die ich dann gute 16 km auf dem Rücken tragen musste. Die ersten 11 km bin ich damit auch noch klargekommen, aber als ich dann vom Boowinda Gorge die anderen geschätzten 4 km in angriff nahm, habe ich mir mehr als nur einmal gesagt: Du bist doch bekloppt!!! Von da an ging es wirklich nur noch bergauf. Die ersten 100 m gaben mir schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf das, was mich da noch erwartet. Da es wirklich steil bergauf ging und ich keine Möglichkeit hatte mich irgendwo richtig festzuhalten, bin ich öfter auf allen vieren gekrochen. Dabei war mir mein überladener Rucksack natürlich alles andere als hilfreich, aber trotzdem unentbehrlich. Nachdem diese ersten 100 m, die wirklich sehr steil waren, erklommen waren, musste ich erst mal eine Pause machen, um zu verschnaufen, da mein Herzschlag und Atem so was von auf 180 war. Ich hatte das Gefühl für einen Triathlon zu trainieren und nicht einen Ausflug zu machen. Ich bin zwar nicht aus Zucker aber eben auch kein Extremsportler. Auf meinem Weg nach oben war dies natürlich nicht meine einzigste Pause, wie Ihr euch sicher denken könnt. ![]() Busch Camping auf 1074m Höhe Bevor ich dann am 1074 m hohen Battleship Spur Lookout ankam, habe ich eine kleine aufgeteilte Gruppe von Wanderern getroffen, die sich in unterschiedlicher Entfernung und Geschwindigkeit auf dem Weg nach unten befanden. Sie hatten alle nur einen kleinen Tages-Rucksack dabei und haben mich immer voller Mitleid angesehen, als ich mit meinem riesen und mega-schweren Rucksack an Ihnen vorbeikam. Auf die immer wiederkehrende Frage, warum ich denn mit soviel Gepäck unterwegs wäre, konnte ich immer wieder nur antworten, dass ich mich gegen Hunger, Durst und Kälte gerüstet hätte. Kurz vor der Abenddämmerung traf ich vier Ranger auf dem Weg zu ihrem nächtlichen Busch-Campingplatz. Diese vier Ranger bessern im Winter einen alten Wanderweg aus und machen zugleich auch einen Neuen daraus - den sogenannten Great Walk, der einmal bis zu ca. 80 km um den ganzen Carnarvon Gorge gehen soll. Nachdem ich die Ranger noch für schöne Aussichtspunkte am Battleship Spur Lookout fragte, gaben Sie mir den Tipp, wo ich besser nicht hingehen sollte, da man sich an manchen Stellen sehr leicht verlaufen könnte. Da ich einen Kompass und eine geografische Karte von dem 2980 km² großen Nationalpark hatte, fühlte ich mich relativ sicher. Na ja, mal davon abgesehen, dass ich mir nicht 100% sicher war, diese Karte auch wirklich richtig lesen zu können. Der letzte Kilometer zum höchsten Punkt des Berges war dann noch einmal genau so schwierig, wie die ersten 100 Meter von Boowinda Gorge. Nur leider zehn Mal so lang. Nachdem ich endlich oben angelangt war, wurde ich noch mit gut zehn Minuten des Sonnenuntergangs für meine Mühe belohnt. Anschließend habe ich mein Zelt aufgebaut und den doch sehr anstrengenden Tag bei ein paar leckeren Nudeln ausklingen lassen. Der zweite Tag verlief anders, als ich ihn mir vorgestellt habe.Als Erstes verschlief ich den Sonnenaufgang, was wohl an dem anstrengenden Aufstieg vom Vortag lag. Na gut! Nach einem Kaffee sollte es dann losgehen. SOLLTE wohlgemerkt.![]() Carnarvon Gorge Nationalpark View Bei den ersten „Gehversuchen“ wurde mir schmerzlich bewusst, wie viele Muskeln mein Körper besitzt und wie höllisch weh diese taten. Es musste also wohl oder übel eine Planänderung her, die da hieß, relaxen und meinen Körper zur Ruhe kommen zu lassen. Daraufhin habe ich meinen Schlafsack aus dem Zelt ins hohe Gras gelegt und mir einen kleinen Mittagsschlaf gegönnt. Trotz eigenartiger Geräusche und dem Gedanken an Schlangen habe ich zwei Stunden tief und fest geschlafen. Danach war ich in der Lage zum ca. 700 m entfernten Lookout zu gehen, von dort konnte ich einen Großteil des Carnarvon Gorge sehen, der natürlich sehr schön war. Leider musste ich dabei mal wieder feststellen, dass mein Foto Equipment nicht wirklich für sehr weite Landschaftsaufnahmen geeignet ist. Nach diesem kurzen Ausflug, mehr war an dem Tag nicht mehr möglich, ging ich zurück zum Zelt. Dort las ich noch etwas und habe meinen Bericht vom Vortag noch etwas überarbeitet. Mein Versuch über mein UMTS-Modem ins Internet zu gelangen war leider nicht von Erfolg gekrönt. Klar habe ich mir gedacht, bin ja auch im Outback auf einem 1074 m hohen Berg, der wiederum von anderen Bergen umgeben ist aber ein Versuch war es wert. Der dritte Tag war ein Genießertag.Nachdem ich von einem Helicopter, der direkt über mein Zelt hinweg flog, geweckt wurde, gab es erstmal Reste-Essen vom Vorabend und dann habe ich ca. 1,5 Std. den Sonnenaufgang genossen.Am dritten Tag wollte ich eigentlich eine 20 km Wandertour machen, die bestimmt den ganzen Tag gedauert hätte. Leider musste ich feststellen, dass mein Wasservorrat zu Neige ging. Ich machte mich daher auf den Weg und nahm das Angebot der Ranger (ihr erinnert Euch, die ich beim Aufstieg traf) in Anspruch, diese aufzusuchen, falls ich an Wassermangel litt. Pünktlich zur Mittagszeit traf ich bei Ihnen ein und bei Kaffee und Keksen unterhielten wir uns über Tiere, Natur, den Nationalpark und über die Arbeit eines Rangers. Mehr Bilder vom Busch Camping im Carnarvon Gorgen Nationalpark findet ihr unter Bush & Caravan Camping. Ich denke es war für beide Seiten eine gelungene Abwechslung. Ich erzählte den Rangern von meiner Absicht am fünften Tag eine Nachtwanderung zu unternehmen. Darauf luden Sie mich ein, ein paar Stunden bei Ihnen zu verbringen, bevor ich mich ins Abenteuer stürzte. Das ausgerechnet der fünfte Abend der Einzige sein sollte der bewölkt war, konnte keiner ahnen. Kommen wir zurück zum dritten Tag. Beim Wiederaufstieg zum Battleship Spur Lookout habe ich mir wieder einmal viel Zeit gelassen und viele kleine Pausen gemacht. Diese Aussicht über die ganze Schlucht ist einfach zu schön um einfach nur daran vorbei zu gehen. Die Sonne und der Wind haben mich auch wieder schläfrig gemacht, so dass ich an einem Felsvorsprung auf dem Boden einfach alles um mich herum vergaß. Immer wieder habe ich meine Augen geöffnet, in die Ferne geschaut und bin dann gemütlich wieder eingedöst, sicher tat die frische Luft ihr übriges dazu. Warum eigentlich den ganzen Tag wandern und immer neue, noch schönere Orte suchen, wenn man das hier und jetzt doch auch Mal in vollen Zügen genießen kann??? Manche würden es Faulheit nennen, ich dagegen finde es eine schöne Art, die Ruhe und Kraft der Natur im hier und jetzt zu genießen und mal so richtig abschalten. Der vierte und fünfte Tag waren dann endlich mal die Tage, wo ich richtig viel gewandert bin.Nach meiner Karte zu urteilen, wenn ich sie denn richtig gelesen habe, bin ich so ca. 41 km gewandert, einen Großteil habe ich auf dem eigentlich noch nicht öffentlichen Great Walk verbracht.Immer wieder konnte ich Vögel beobachten, besonders in den Pausen. Ich machte relativ viele Pausen, da man dann einfach viel mehr hört und sieht, als wenn man an allem vorbei läuft und sich eher auf den Weg konzentriert. Schlangen habe ich keine gefunden, auch nicht, als ich gezielt nach ihnen gesucht habe, war ja eigentlich auch klar, ist ja Winterzeit in Australien. Hoch oben auf dem Berg hatte ich dieses Mal auch mit größeren Tieren wenig Glück. Was mir aber aufgefallen ist, waren die unheimlich großen Verwüstungen von den schwarzen Wildschweinen, die (wie auch die Hasen, Füchse oder die Aga Kröte ) keine natürlichen Tiere Australiens sind. Leider war eine Nachtwanderung wie schon angedeutet nicht möglich, da einfach ohne Mond nichts zu sehen war und wenn man 100% nichts sieht - bis auf das Licht von meiner Kopfleuchte - macht das Nachtwandern einfach keinen Spaß. Daher habe ich mich früher auf den Rückweg gemacht und noch einen Stop bei den Rangers eingelegt, bevor ich dann den Park verlassen habe. Alles in allem muss ich sagen, war es eine sehr schöne Zeit. Man lässt all seinen Kummer und Sorgen für eine Weile einfach verschwinden. Aber ein Bild bekam ich nicht aus meinem Kopf, es war vom ersten bis zum letzten Tag in meinem Gehirn eingebrannt. Dieses Bild wurde ich erst los, als ich mir am Cola-Automaten am Eingang des Hauptwanderweges der Schlucht, eine Dose Cola gönnte. Nun gut die zivilisierte Welt hatte mich wieder, was ja auch seine Vorzüge hat. Nun war ich zwei Mal auf wunderschöne Art in diesem Nationalpark, so unterschiedlich beide Ausflüge auch waren, beide waren traumhaft schöne Erlebnisse. Ich hoffe, ihr konntet einen kleinen Eindruck davon bekommen, wie so ein paar Tage im Busch aussehen können. Ich habe wirklich oft meine Augen geschlossen und die Geräuschkulisse einfach nur genossen, wobei ich das ein oder andere Mal eingeschlafen bin. Artikel zitieren | Views: 6059 | Drucken
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